Pädagogik

 

Das Montessori-Kinderhaus arbeitet nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik. Die 1870 geborene erste promovierte Ärztin Italiens, Maria Montessori, hat auf Grund ihrer sehr genauen Beobachtungsgabe schon vor 135 Jahren Erkenntnisse über das Lernen von Kindern gewonnen und daraus eine Pädagogik entwickelt, die heute weitgehend durch die neuesten neurobiologischen Erkenntnisse der Gehirnforschung unterstützt und belegt werden.

 

Montessori sieht den Menschen als Teil eines kosmischen Ganzen, der nur in Abhängigkeit von Natur, Kultur und Gesellschaft die Ausprägung seiner eigenen Persönlichkeit vollbringen kann, wie umgekehrt seine Bildung nur gelingen kann, wenn er durch sein Werk zur Lebensmöglichkeit des Ganzen beiträgt. Das Kind sieht Montessori als „Baumeister seiner selbst“ und lässt es sein Grundanliegen so formulieren: “Hilf  mir, es selbst zu tun“. Dazu benötigt das Kind neben der Beobachtungsgabe des ihn begleitenden Erwachsenen eine „vorbereitete Umgebung“, die es anregt, selbst die für seine Entwicklung wichtigen und seinen „sensiblen Phasen“* entsprechenden Erfahrungen zu machen.

 

Für die Praxis bedeutet dies, dass das Montessori-Kinderhaus das Erfahrungsangebot für die Kinder ihrem Alter entsprechend so reichhaltig und vielfältig wie möglich hält, um durch genaues Beobachten auf sensible Phasen der Kinder durch entsprechendes Angebot reagieren zu können. Die Sinne können isoliert geschult werden. Durch das reichhaltige Erfahrungsangebot wird aber gleichzeitig eine Verknüpfung aller Wissensgebiete miteinander ermöglicht. Ein liebe- und respektvoller Umgang mit den Kindern, der jedes Kind als Individuum wahrnimmt und ihm hilft, sein Potential bestmöglich auszuschöpfen, und der Freiheit  ebenso beinhaltet wie natürliche Grenzen, ist dafür unerlässlich.

 

* Sensible Phasen nennt man die Zeit, in der die genetischen Potentiale des Menschen ihre volle Funktionsfähigkeit erlangen.